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Wissen, das visuell gedacht wird
Ich verstehe Infografik nicht als Illustration von Wissen, sondern als eine Form des Denkens selbst. Dieser Blog versammelt Gedanken darüber, wie Bilder Informationen strukturieren, Zusammenhänge sichtbar machen und Erkenntnisprozesse prägen.

Für einen Auftrag zum Thema Künstliche Intelligenz entwickelte ich zwei sehr unterschiedliche Ansätze visueller Kommunikation. Beide Grafiken behandeln dasselbe Thema, verteilen Information jedoch vollkommen unterschiedlich zwischen Bild und Text. Während die veröffentlichte Version vor allem mit einem symbolischen Gehirn arbeitet, versuchte mein ursprünglicher Entwurf, die Funktionsweise generativer Bildsysteme selbst visuell nachvollziehbar zu machen.
In der klassischen Wissensvermittlung folgt der Arbeitsprozess meist einem festen Ablauf: Wir recherchieren, machen Notizen, schreiben ein Konzept und erstellen eine Gliederung. Erst ganz am Ende denken wir darüber nach, wie sich das Ganze grafisch darstellen lässt. Doch was passiert, wenn wir diesen Prozess umdrehen?

Wenn Informationen zu komplex werden, neigen wir dazu, sie in Einzelteile zu zerstückeln. Wir erstellen Listen, Tabellen oder einzelne Icons. Das Problem dabei ist, dass das Gehirn des Betrachters die Einzelteile mühsam selbst wieder zusammensetzen muss. Dabei gehen oft die entscheidenden Zusammenhänge verloren.

Illustrationen, Schaubilder und Infografiken sind wichtige Werkzeuge in der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte. Trotzdem ist es an Universitäten und Forschungseinrichtungen noch immer ungewöhnlich, Illustratorinnen und Infografiker fest im Team zu haben. Warum eigentlich? Dabei wäre genau das ein sinnvoller Schritt.

Ob komplexe Forschungsdaten, neue Lehrinhalte oder Projektkommunikation: Gute Visualisierungen machen Wissen sichtbar, zugänglich und begreifbar. Und doch fehlt an vielen Hochschulen und Forschungsinstituten ein festes Team, das sich gezielt mit wissenschaftlicher Illustration, Infografik und Erklärbildern beschäftigt

Infografiken und Illustrationen sind eigenständige Werkzeuge des Erkenntnisgewinns. Sie strukturieren Informationen, machen komplexe Sachverhalte greifbar und können Aussagen klarer treffen als reiner Text. Wer ihr Potenzial ignoriert, verschenkt eine wirkungsvolle Ressource der wissenschaftlichen Kommunikation. geändert am 27.04.2026

Sie haben eine Idee für eine Infografik, stecken mitten in einem Wissenschaftsprojekt oder möchten einfach mehr über visuelle Kommunikation erfahren? Dann kommen Sie in die offene Sprechstunde. Jeden 2. Donnerstag im Monat nehme ich mir Zeit für Ihre Fragen. Das Angebot ist kostenlos und unverbindlich. Melden Sie sich einfach per E-Mail an sophia@phildius.info